In einem Interview mit der Zeit fordert der Wirtschaftswissenschaftler Giacomo Corneo einen Spitzensteuersatz von 66% und eine Mindestbesteuerung in Europa:
Mittwoch, 6. Juli 2011
Samstag, 26. Februar 2011
Ungleichheit in den USA – visualisiert
Interessante Statistiken und Diagramme über die Vermögensverteilung in den USA im RWER-Blog:
25 graphics showing upward redistribution of income and wealth in USA since 1979
Mittwoch, 2. Februar 2011
Zum Thema Ungleichheit
»Das Problem der Schere zwischen Arm und Reich«
Prädikat: Lesenswert!
Montag, 20. Dezember 2010
Zur Staatsverschuldung pro Kopf
Alljährlich veröffentlicht das Statistische Bundesamt den Stand der Verschuldung der öffentlichen Haushalte. Dabei wird auch die Schuldenlast pro Einwohner berechnet. Hier die Presseerklärung vom 20.12.2010.
Die deutsche Presse macht aus einer solchen Rechnung – in bemerkenswertem Gleichklang – gerne Titelzeilen wie:
»Jeder [Deutsche] hat 22.000 Euro Schulden«.
Diese Behauptung ist allerdings falsch oder zumindest irreführend.
Warum? Hierzu muß man sich das Wesen von »Schulden« in Erinnerung rufen. Schulden sind Schuldverhältnisse, d.h. eine Person (Schuldner) schuldet einer anderen Person (Gläubiger) eine Leistung. Diese Leistung nennt man aus Sicht des Gläubigers »Forderung« und aus Sicht des Schuldners »Verbindlichkeit«. Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen sich, ihre Summe ergibt Null. Schulden sich zwei Personen untereinander Geld, so sind sie als Kollektiv betrachtet nicht verschuldet.
Im Falle von Staatsschulden ist der Schuldner eine öffentliche Körperschaft, die man also durchaus im Wege der Verallgemeinerung der deutschen Bevölkerung anteilig zurechnen kann.
Es gibt aber auch einen Gläubiger.
Die Gläubiger der deutschen öffentlichen Gewalt sind i.d.R. ebenfalls Deutsche. Damit ist die Aussage »jeder Deutsche ist mit 22.000 Euro verschuldet« auch im Wege der Verallgemeinerung falsch, denn eine Person, die sich selbst Geld schuldet, ist nicht verschuldet. Geht man davon aus, daß die deutsche öffentliche Gewalt keine Auslandsschulden hat, entsprechen sich die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte und die Forderungen deutscher Staatsbürger an diese öffentlichen Haushalte. Damit käme man im Wege der Verallgemeinerung auf die Aussage: Jeder Deutsche hat durchschnittlich 22.000 Euro Schulden und 22.000 Euro Forderungen, er hat im Durchschnitt (!) keine Schulden.
Natürlich sind die meisten Deutschen keine Gläubiger des deutschen Staates. Damit sind sie in der Tat in einem gewissen Sinne vermittelt über die öffentliche Hand verschuldet, und zwar bei denjenigen ihrer Mitbürger, die über Forderungen gegen die öffentliche Hand verfügen.
Was soll uns diese Argumentation sagen? Ist sie eine Rechtfertigung der Staatsverschuldung? Nein, das ist sie nicht. Sie ist ein Plädoyer dafür, das Wesen der Staatsverschuldung nicht durch irreführenden Pressemeldungen zu vernebeln, und soll dazu beitragen, die Problematik zu verstehen.
Die Staatsverschuldung ist vor allem eines: Ein Verteilungsproblem.
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Hilfe zur Wahlentscheidung
Es ist immer gut, wenn jemand sich klar ausdrücken kann und ehrlich sagt, wofür er steht und wie er die Welt sieht. In diesem Sinne kann ich folgenden Beitrag von FDP-Generalsekretär Christian Lindner als Hilfe zur (negativen) Wahlentscheidung nur begrüßen, auch wenn er von einer abzulehnenden Prämisse ausgeht, nämlich der Gegensätzlichkeit von Freiheit und Gleichheit:
P.S.:
Die Verwendung des Udo-di-Fabio-Zitats zur Relativierung zeigt m.E. vor allem zwei Dinge:
- Man kann offenbar bei der Bewertung der derzeit tatsächlich bestehenden sozialen Verwerfungen unterschiedlicher Meinung sein. (Wo bitte entstehen denn durch extreme Ungleichheit keine „harten Strukturen der Freiheitsverengung“?)
- Es mangelt an einer Auseinandersetzung mit Karl Marx’ Analyse vom Kapitalismus als kollektivem Zwangssystem. (Auch der Kapitalist ist danach ein Getriebener des Systems, also insoweit nicht „selbstherrlich“.)
Montag, 13. Dezember 2010
You Just Have to Watch This!
U.S. senator Bernie Sanders’ speech on the extension of the Bush tax breaks for the rich:
Mittwoch, 22. September 2010
Zur Einkommensverteilung in den USA über die letzten 100 Jahre
Über den folgenden Link gelangt man zu einer Grafik, die sehr anschaulich einen Aspekt der Einkommensverteilung in den USA zeigt:
»Graph of the week: The top 10% income share in USA, 1917—2008«
Die dort dargestellte Entwicklung weist eine Korrelation mit der Steuerpolitik, genauer dem Spitzensteuersatz auf. Jeder kann sich nun fragen, in welcher Phase es die größten Wohlstandszuwächse gab bzw. in welcher Phase es den Menschen am besten ging.
Montag, 28. Juni 2010
Wieviel Reichtum gibt es? Und wie ist er verteilt?
Einen absolut hörens- bzw. lesenswerten Beitrag sendete heute das Deutschlandradio Kultur in der Reihe Zeitfragen:
Donnerstag, 8. April 2010
Gleichheit und Wohlstand, Ungleichheit und Armut
Die Finanzkrise hat offenbar ein wenig Bewegung in die immer noch neoklassisch durchtränkte ökonomische öffentliche Debatte und Wissenschaft gebracht. Es mehren sich Artikel, die endlich die Auswirkungen von Ungleichheit auf die wirtschaftliche Prosperität beleuchten. Zu nennen sind:
- Ein Interview in der »Zeit« mit dem britischen Sozialforscher Richard Wilkinson über die Frage, warum der wachsende Abstand zwischen Arm und Reich schlecht für alle ist, mit dem Titel: »Die Mittelklasse irrt«.
- Und ein Artikel im FTD-Blog »Wirtschaftswunder« über den französischen Ökonomen Thomas Piketty, der eine höhere Steuerprogression fordert und sich erfreulicherweise auf die Besteuerung im Zuge des »New Deal« von US-Präsident F. D. Roosevelt bezieht: »Neue Denker, die neue FTD-Reihe (3) - Wenn Reiche zu wenig Steuern zahlen«.
Weiter so!
Montag, 25. Januar 2010
Finanzkrise, Einkommensverteilung und Steuerpolitik
»The crisis has structural roots. The aggregate demand deficiency preceded the financial crisis and was due to structural changes in income distribution. Since 1980, in most advanced countries the median wage has stagnated and inequalities have surged in favour of high incomes. […]As the propensity to consume out of low incomes is generally larger, this long-term trend in income redistribution by itself would have had the macroeconomic effect of depressing aggregate demand.In the US the compression of low incomes was compensated by the reduction of household savings and by mounting indebtedness that allowed spending patterns to be kept virtually unchanged. At the same time, the limited safety nets forced the government to pursue active macroeconomic policies to fight unemployment, increasing government debt as well. Thus, growth was maintained at the price of increasing public and private indebtedness.Most European countries tread a different path. The redistribution to higher incomes resulted in an increase in national savings and depressed growth. In the past fifteen years the institutional setting, notably the deficit constraints embedded in the Maastricht criteria and in the Stability and Growth Pact, resulted in low reactivity of fiscal policies and restrictive monetary policy. Together with a financial sector less prone to innovation, this limited consumer borrowing. The shift in distribution resulted in soft growth.«
»To reverse the trend in distribution, and hence to contribute to sustaining aggregate demand in the medium-to-long term, it is proposed as follows.1- To increase the progressivity of the tax system, in particular for high and very high incomes. This should happen in a coordinated way to avoid excessive movement of highly-skilled workers.2- Fight against tax heavens – in distinguishing between low tax cooperative jurisdictions and others – and, in general, increase the resources devoted to fighting tax evasion and lack of information sharing.3- Introduce some sort of cooperation among countries to avoid tax competition, wage deflation and social dumping, the modern versions of beggar-thy-neighbour policies which were common in the 1930s. […]«
Montag, 24. August 2009
Die Frage der Verteilung
Endlich rückt die Frage der Verteilung wieder ins Bewußtsein der Medien. Ein erster Schritt hierzu ist ein Artikel in der »Zeit« mit dem Titel »Ist Wachstum nur für Ungleichheit zu haben?«. Wohltuend ist dabei, daß nicht mehr eine einzige, angeblich richtige und alternativlose ökonomische Lehrmeinung angenommen wird, und daß die Spitzensteuersätze vor der neoliberalen Phase, d.h. vor den 80er Jahren thematisiert werden.
Zitat:
Es gibt sogar Ökonomen, die argumentieren: Eine zu hohe Konzentration des Reichtums in wenigen Händen könne schädlich für das Wachstum sein. Je höher das Gehalt, sagen sie, desto mehr würde gespart und desto geringer sei die Nachfrage nach Konsumartikeln. Die „stärkere Spreizung der Einkommen“, merkte die Bundesbank unlängst an, sei ein Grund für den jahrelangen Konsumverzicht in Deutschland.
Prädikat: lesenswert!
Dienstag, 28. April 2009
Die Finanzkrise und ihre Ursachen
»Weil weder Gutachter noch Regierung den Ausfall dieser gewaltigen Nachfrage als Krisenursache sehen, können oder wollen sie nicht darüber nachdenken, wie diese Lücke gefüllt werden soll. Solche Gedanken würden ja – horribile dictu – die Überlegung nahelegen, ob der Konsum nicht durch eine dauerhaft stärkere Einkommensentwicklung bei Geringverdienern und damit durch eine höhere Massenkaufkraft stabilisiert werden könnte oder, besser, müsste.«
»Wenn die Banken zugleich restriktiver werden, hat das weniger mit ihrer Bilanzschwäche als mit der erwarteten Zunahme der Pleiten und Kreditausfälle zu tun. Auch wenn der Staat sie jetzt mit Wohltaten überhäuft, werden sie aus nachvollziehbaren Gründen ihre Kreditvergabe so lange nicht ausweiten, wie sich die Geschäftsaussichten ihrer Kundschaft nicht merklich verbessern.«
Montag, 27. April 2009
Der Blick für das Gesamte
Samstag, 11. April 2009
Die Frage der Verteilung (und die Steuerlast)
»Der Kern des Problems liegt darin, dass weltweit zu viel gespart worden ist, nicht zu wenig. Und dieses Problem ist dadurch entstanden, dass es über zweieinhalb Jahrzehnte eine Umverteilung der Einkommen von unten nach oben gab. Damit haben jene plötzlich viel mehr Geld gehabt, die angesichts der Höhe ihres Einkommens ohnehin nur einen relativ kleinen Teil ihres Geldes ausgeben und einen hohen Teil sparen.«
»SPD plant Wahlkampf gegen Reiche« (Zeit)
»SPD macht Wahlkampf gegen ›Reiche‹« (Handelsblatt).
